B1travel6 minRead892 words90 sentencesAudio

German Story (B1)Freunde, die man auf Reisen findet

This B1 German story is designed for intermediate learners. Click any word for instant translation and build your vocabulary as you read.

aboutStory

Maria überwindet ihre Angst vor dem Alleinreisen und verbringt drei Monate damit, Europa zu erkunden, wobei sie unterwegs wundervolle Menschen trifft, darunter Sophie in Barcelona, Carlos im Zug, deutsche Studenten in Valencia, ein brasilianisches Paar in Lissabon und einen amerikanischen Schriftsteller in Paris.

1 / 90
🇩🇪Deutsch🇬🇧English
Linked wordUnderlined wordOther words
Maria hatte schon immer davon geträumt, durch Europa zu reisen, aber sie hatte nie den richtigen Zeitpunkt gefunden. An einem Herbstmorgen buchte sie endlich ein einfaches Ticket nach Barcelona. Ihre Freunde dachten, sie sei verrückt, drei Monate allein zu reisen. 'Du wirst einsam sein', warnte ihre Mutter. Aber Maria fühlte sich bereit für ein Abenteuer. Sie kam an einem regnerischen Dienstagnachmittag in Barcelona an. Das Hostel war voller, als sie erwartet hatte. Eine junge Frau mit lockigem rotem Haar lächelte sie vom Etagenbett auf der anderen Seite des Zimmers an. 'Zum ersten Mal allein unterwegs?', fragte die Frau freundlich. Maria nickte nervös. 'Ich bin Sophie, aus Irland', stellte sich die Frau vor. 'Ich bin jetzt seit sechs Monaten unterwegs.' An diesem Abend lud Sophie Maria ein, mit ihr Tapas essen zu gehen. Sie gingen gemeinsam durch die engen Straßen des Gotischen Viertels. Sophie kannte alle besten versteckten Restaurants. 'Das Geheimnis ist, dort zu essen, wo die Einheimischen essen', erklärte sie. Am Ende des Abends fühlte Maria, als würde sie Sophie schon seit Jahren kennen. Sie tauschten Telefonnummern aus und versprachen, in Kontakt zu bleiben. Am nächsten Morgen reiste Sophie nach Marokko ab. Maria war traurig, aber auch inspiriert von ihrer Verbindung. Sie beschloss, einen Zug nach Valencia zu nehmen. Im Zug saß sie neben einem älteren spanischen Mann namens Carlos. Carlos kehrte nach Hause zurück, nachdem er seine Enkelkinder in Barcelona besucht hatte. Er sprach langsam, damit Maria sein Spanisch verstehen konnte. 'Woher kommst du?', fragte er höflich. 'Ich komme aus Kanada', antwortete Maria. Carlos lächelte warm. 'Mein Enkel lebt in Toronto', sagte er stolz. Sie unterhielten sich während der gesamten dreistündigen Fahrt. Carlos erzählte ihr Geschichten über Spanien aus seiner Kindheit. Als sie in Valencia ankamen, bestand Carlos darauf, ihr den Weg zu ihrem Hostel zu zeigen. Er empfahl sogar ein Restaurant, in dem sein Cousin arbeitete. Maria erkannte, dass die Freundlichkeit von Fremden eine Reise unvergesslich machen kann. In Valencia traf sie eine Gruppe deutscher Studenten am Strand. Sie feierten das Ende ihrer Universitätsprüfungen. Einer von ihnen, ein großer Typ namens Lukas, sprach ausgezeichnetes Englisch. 'Möchtest du mit uns Volleyball spielen?', fragte er. Maria hatte seit der Oberschule kein Volleyball mehr gespielt. Aber sie sagte trotzdem ja. Sie spielten, bis die Sonne über dem Mittelmeer unterging. Lukas erzählte ihr von seinem Traum, Meeresbiologe zu werden. 'Der Ozean ist voller Geheimnisse, die wir noch nicht entdeckt haben', sagte er leidenschaftlich. Maria fand seine Begeisterung ansteckend. Die deutsche Gruppe lud sie ein, mit ihnen nach Granada zu reisen. Sie zögerte zunächst, besorgt, sich aufzudrängen. 'Sei nicht albern', sagte Anna, eine der anderen Studentinnen. 'Je mehr Leute, desto mehr Spaß.' Also änderte Maria ihre Pläne und schloss sich ihnen an. Die Busfahrt nach Granada dauerte fünf Stunden. Sie teilten Snacks, erzählten Witze und brachten sich gegenseitig Wörter in ihren Sprachen bei. Maria lernte 'schön' auf Deutsch zu sagen: wunderschön. In der Alhambra wanderten sie gemeinsam durch den alten Palast. Die kunstvollen Muster an den Wänden raubten Maria den Atem. 'Ich hätte nie gedacht, dass etwas so schön sein könnte', flüsterte sie. Anna machte ein Foto von Maria, die vor einem Brunnen stand. Es wurde Marias Lieblingsfoto der gesamten Reise. Nach Granada flogen die deutschen Studenten nach Hause zurück. Maria fühlte sich wieder ein bisschen einsam. Aber sie wusste, dass sie sie eines Tages wiedersehen würde. Sie setzte ihre Reise mit dem Bus nach Lissabon fort. Portugal überraschte sie mit seinen bunten Fliesen und melancholischer Musik. Bei einem Fado-Konzert in einem alten Café lernte sie ein brasilianisches Paar namens Pedro und Juliana kennen. Sie waren auf ihrer Hochzeitsreise und reisten durch Europa. 'Wir sind erst seit zwei Wochen verheiratet', sagte Juliana und zeigte ihren Ring. Maria gratulierte ihnen herzlich. Die drei verbrachten die nächsten Tage damit, gemeinsam Lissabon zu erkunden. Pedro war ein erstaunlicher Fotograf und bot an, Fotos von Maria zu machen. Juliana brachte ihr ein paar portugiesische Phrasen bei. 'Saudade bedeutet eine Sehnsucht nach etwas, das man verloren hat', erklärte sie. Maria fand, dass dieses Wort perfekt beschrieb, wie sie sich fühlte, wenn sie jeden neuen Ort verließ. Als es Zeit war, sich zu verabschieden, hatten sie alle Tränen in den Augen. 'Du musst uns in São Paulo besuchen', bestand Pedro. Maria versprach es. Ihre letzte Station war Paris. Sie hatte die Stadt des Lichts für das Ende ihrer Reise aufgehoben. In einer kleinen Buchhandlung in der Nähe der Seine lernte sie einen amerikanischen Schriftsteller namens James kennen. Er arbeitete an seinem ersten Roman und war wegen der Inspiration nach Paris gezogen. 'Jeder große Schriftsteller hat irgendwann in Paris gelebt', scherzte er. Sie verbrachten Stunden damit, am Fluss entlang zu gehen und über Bücher zu reden. James stellte ihr sein Lieblingscafé vor, in dem Hemingway einst geschrieben hatte. Maria fühlte sich, als würde sie selbst in einem Roman leben. In ihrer letzten Nacht in Europa saß sie allein am Eiffelturm. Sie schaute durch die Fotos auf ihrem Handy und lächelte. Sie hatte diese Reise mit Angst vor dem Alleinsein begonnen. Stattdessen hatte sie Dutzende wundervoller Menschen kennengelernt. Sophie, Carlos, Lukas, Anna, Pedro, Juliana, James—sie waren jetzt alle Teil ihrer Geschichte. Sie erkannte, dass allein zu reisen nicht bedeutete, einsam zu sein. Die Welt war voller Menschen, die darauf warteten, Freunde zu werden. Maria bestieg ihren Heimflug mit einem Herzen voller Dankbarkeit. Sie wusste, dass dies nur der Anfang vieler weiterer Abenteuer war.

Comprehension Questions

4 questions

1

Wen traf Maria als erste Person im Hostel in Barcelona?

2

Was lernte Maria von den deutschen Studenten auf Deutsch zu sagen?

3

Welches portugiesische Wort brachte Juliana Maria bei?

4

Wo verbrachte Maria ihre letzte Nacht in Europa?

Vocabulary

40 words from this story

relatedStories