Anna hatte drei Monate lang nach einer Wohnung gesucht. Sie hatte mindestens zwanzig verschiedene Orte in der Stadt gesehen. Einige waren zu teuer, und andere waren in schlechtem Zustand. Heute traf sie einen Vermieter namens Herr Berg. Er besaß ein kleines Gebäude in einer ruhigen Nachbarschaft. Anna kam zehn Minuten früher an der Adresse an. Sie wollte einen guten Eindruck machen. Herr Berg wartete bereits vor dem Gebäude. Er war ein freundlicher Mann in den Sechzigern mit grauen Haaren. 'Sie müssen Anna sein,' sagte er mit einem warmen Lächeln. 'Ja, danke, dass Sie sich mit mir treffen,' antwortete sie. Sie gingen zusammen in den dritten Stock. Die Wohnung hatte zwei Schlafzimmer und ein großes Wohnzimmer. Sonnenlicht strömte durch die hohen Fenster. Anna verliebte sich sofort in den Raum. 'Die Küche wurde letztes Jahr renoviert,' erklärte Herr Berg. Sie bemerkte die modernen Geräte und neuen Arbeitsplatten. 'Sind die Nebenkosten in der Miete enthalten?' fragte Anna. 'Wasser und Heizung sind inbegriffen,' antwortete er. 'Strom und Internet würden Sie separat bezahlen.' Anna ging herum und überprüfte jeden Raum sorgfältig. Das Badezimmer hatte eine Badewanne und eine separate Dusche. 'Der vorherige Mieter hat hier fünf Jahre gewohnt,' sagte Herr Berg. 'Sie ist nur umgezogen, weil sie einen Job in einer anderen Stadt bekommen hat.' Anna war erleichtert, das zu hören. Das bedeutete, dass die Wohnung komfortabel genug für langfristiges Wohnen war. 'Ich bin sehr interessiert,' sagte Anna ehrlich. 'Würden Sie es mir vermieten?' Herr Berg lächelte und nickte mit dem Kopf. 'Ich habe ein gutes Gefühl bei Ihnen,' sagte er. 'Lassen Sie mich Ihnen den Mietvertrag zeigen.' Sie setzten sich an den Küchentisch, um die Dokumente durchzusehen. Der Mietvertrag war für ein Jahr mit der Option zur Verlängerung. Anna las jede Klausel sorgfältig durch. 'Was passiert, wenn ich vor Jahresende umziehen muss?' fragte sie. 'Sie müssten zwei Monate vorher Bescheid geben,' erklärte Herr Berg. 'Und Sie könnten einen Teil Ihrer Kaution verlieren.' Anna nickte und verstand die Bedingungen. Die Kaution entsprach zwei Monatsmieten. 'Wann müsste ich die Kaution bezahlen?' fragte sie. 'Bevor Sie einziehen,' antwortete er. 'Die erste Monatsmiete ist ebenfalls zu diesem Zeitpunkt fällig.' Anna hatte für diesen Moment Geld gespart. Sie hatte genug auf ihrem Bankkonto, um alles zu decken. 'Sind Haustiere in dem Gebäude erlaubt?' fragte Anna. Sie hatte sich schon immer eine Katze adoptieren wollen. 'Kleine Haustiere sind in Ordnung,' sagte Herr Berg. 'Aber Hunde über fünfzehn Kilogramm sind nicht erlaubt.' Anna störte diese Regel nicht. Sie war sowieso eher ein Katzenmensch. 'Kann ich die Wände streichen, wenn ich möchte?' fragte sie. 'Ja, aber Sie müssen sie beim Auszug wieder weiß streichen.' Das schien Anna fair. 'Was ist mit kleinen Reparaturen?' fragte sie. 'Bei größeren Dingen sollten Sie mich zuerst kontaktieren.' 'Aber das Wechseln einer Glühbirne oder das Entstopfen eines Abflusses liegt in Ihrer Verantwortung.' Anna schätzte seine klaren Erklärungen. Sie hatte Horrorgeschichten über schwierige Vermieter gehört. Herr Berg schien vernünftig und ehrlich zu sein. 'Ich möchte den Mietvertrag heute unterschreiben,' sagte Anna. Herr Berg war erfreut über ihre Entscheidung. Er reichte ihr einen Stift und zeigte auf die Unterschriftszeilen. Anna unterschrieb auf jeder Seite des Dokuments. Herr Berg unterschrieb ebenfalls und gab ihr eine Kopie. 'Willkommen in Ihrem neuen Zuhause,' sagte er herzlich. Er gab ihr zwei Schlüsselsätze. 'Der silberne Schlüssel ist für den Haupteingang, und der goldene ist für Ihre Tür.' Anna hielt die Schlüssel fest in ihrer Hand. Sie konnte kaum glauben, dass das wirklich passierte. Nach Monaten der Suche hatte sie endlich ihre eigene Wohnung. 'Sie können am Ersten des nächsten Monats einziehen,' sagte Herr Berg. Anna dankte ihm noch einmal und schüttelte ihm die Hand. Als sie das Gebäude verließ, plante sie bereits, wie sie ihre neue Wohnung einrichten würde.