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Das Bildnis des Dorian Gray
B1Chapter 15 / 20507 words70 sentences

Kapitel 15: Die Opiumhöhle

Chapter 15 · Das Bildnis des Dorian Gray · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.

Chapter Summary

Dorian geht in eine Opiumhöhle, um sein Verbrechen zu vergessen. Dort nennt ihn eine Frau Prinz Charming. James Vane, nun ein Seemann, hört dies und folgt Dorian.

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Zurück in London versuchte Dorian, ein besserer Mensch zu sein. Er hörte auf, in die Opiumhöhlen zu gehen. Er mied seine gefährlicheren Freunde. Er versuchte sogar, eine gute Tat zu vollbringen. Da war ein junges Dorfmädchen namens Hetty. Sie hatte sich während seines Landaufenthalts in Dorian verliebt. Sie war unschuldig und rein. Früher hätte Dorian sie verführt und ruiniert. Aber diesmal hatte er sie gehen lassen. Er hatte sie vor seiner Verdorbenheit bewahrt. Er erzählte Lord Henry davon beim Abendessen. 'Ich habe beschlossen, gut zu sein, Harry.' 'Ich habe das Dorfmädchen ihre Unschuld behalten lassen.' Lord Henry lachte. 'Wie edel von dir, Dorian.' 'Aber sag mir, warum hast du sie wirklich verschont?' 'Weil ich gut sein wollte.' 'Oder weil du das Gefühl genossen hast, gut zu sein?' 'Das ist immer noch nur eine andere Form des Vergnügens.' Dorian schwieg. Hatte Harry ihn wieder durchschaut? 'Übrigens,' sagte Lord Henry beiläufig. 'Hast du in letzter Zeit von Basil gehört?' Dorians Herz machte einen Sprung, aber sein Gesicht zeigte nichts. 'Nein. Ich dachte, er wäre in Paris.' 'Er ist nie dort angekommen. Niemand hat ihn gesehen.' 'Die Leute fangen an zu reden.' 'Das ist seltsam,' sagte Dorian ruhig. 'Ich hoffe, ihm ist nichts zugestoßen.' Lord Henry zuckte mit den Schultern. 'Künstler verschwinden manchmal. Sie werden verrückt oder finden Gott.' 'Ich bin sicher, Basil geht es irgendwo gut.' Dorian wechselte schnell das Thema. Später in dieser Nacht ging er allein nach Hause. Er dachte über das nach, was Lord Henry gesagt hatte. Hatte er Hetty wirklich aus Güte verschont? Oder war es nur Eitelkeit, der Wunsch, tugendhaft zu erscheinen? Es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. Er ging hinauf zu dem verschlossenen Zimmer. Er hatte das Porträt seit Wochen nicht angesehen. Vielleicht hatte seine gute Tat es wieder schön gemacht. Vielleicht waren die Zeichen der Sünde verblasst. Er zündete eine Lampe an und zog das Tuch zurück. Er starrte das Gemälde an und schrie auf. Das Porträt war schlimmer als je zuvor. Die Augen waren listig und grausam. Der Mund war zu einem schrecklichen Lächeln verzogen. Da war jetzt etwas Neues in dem Gesicht. Ein Ausdruck von Heuchelei. Das Porträt kannte die Wahrheit. Er hatte Hetty nicht aus Güte verschont. Er hatte es aus Eitelkeit getan. Um sich edel zu fühlen. Um so zu tun, als wäre er gut. Das Porträt ließ sich nicht täuschen. Dorian setzte sich vor das abscheuliche Gemälde. Er hasste es jetzt. Es war eine ständige Erinnerung daran, was aus ihm geworden war. Solange das Porträt existierte, konnte er seinen Sünden nicht entkommen. Es bewahrte den Beweis seiner Seele. Was, wenn jemand es nach seinem Tod fände? Jeder würde die Wahrheit über ihn erfahren. Der Gedanke erfüllte ihn mit Entsetzen. Es gab nur eines zu tun. Er musste das Porträt zerstören. Wenn es weg wäre, wäre er endlich frei. Frei von der Vergangenheit. Frei von Schuld. Er sah sich im Zimmer nach einer Waffe um. Auf dem Tisch sah er das Messer. Dasselbe Messer, mit dem er Basil getötet hatte. Es schien passend, es jetzt zu benutzen.

Comprehension Questions

4 questions

1

Von welcher guten Tat erzählt Dorian Lord Henry?

2

Was deutet Lord Henry über Dorians gute Tat an?

3

Wie sieht das Porträt aus, als Dorian es untersucht?

4

Was beschließt Dorian zu tun, nachdem er das Porträt gesehen hat?

Vocabulary

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