In der nächsten Woche fuhr Dorian auf sein Landhaus. Er musste weg von London. Er lud viele wohlhabende Freunde ein, ihn zu begleiten. Es würde Feste und Jagd und Gelächter geben. Vielleicht konnte er das schreckliche Gesicht von James Vane vergessen. Der erste Abend war entzückend. Dorian lachte mit seinen Gästen und spielte Musik. Aber als er zu Bett ging, konnte er nicht schlafen. Er glaubte ständig, draußen Schritte zu hören. Am nächsten Tag gab es eine Jagdgesellschaft. Dorian ritt mit seinen Gästen in den Wald hinaus. Als sie durch eine Lichtung ritten, erstarrte Dorian. Ein Gesicht beobachtete ihn hinter den Bäumen. Ein raues, hartes Gesicht mit brennenden Augen. James Vane war ihm gefolgt. Dorians Pferd bäumte sich in Panik auf. Er wäre fast zu Boden gefallen. 'Dorian! Geht es Ihnen gut?' fragte ein Freund. 'Mir geht es gut,' sagte er. 'Ich glaubte, etwas gesehen zu haben.' Aber als er wieder hinsah, war das Gesicht verschwunden. Hatte er es sich eingebildet? Die Jagdgesellschaft ging weiter, aber Dorian konnte sie nicht genießen. Er schaute ständig hinter sich. An diesem Abend beim Essen konnte er kaum essen. Seine Freunde bemerkten, wie blass und nervös er war. 'Sie scheinen nicht wohl zu sein,' sagte eine der Damen. 'Vielleicht sollten Sie morgen ruhen.' 'Nein,' sagte Dorian schnell. 'Ich muss an der Jagd teilnehmen.' Wenn James Vane dort draußen war, würde Verstecken nicht helfen. Am nächsten Morgen jagten sie wieder. Diesmal jagten sie Kaninchen im Wald. Dorian ging mit seinem Gewehr und versuchte, ruhig zu bleiben. Plötzlich rannte ein Kaninchen über den Weg. Ein Mann in der Nähe hob sein Gewehr und schoss. Aber statt das Kaninchen zu treffen, gab es einen Schrei. Ein Mann hatte sich in den Büschen versteckt. Die Kugel hatte ihn getroffen. Alle eilten herbei, um zu sehen, was passiert war. Der Mann war tot. Er war ein rau aussehender Matrose. Dorian sah das Gesicht an und sein Herz blieb stehen. Es war James Vane. Der Mann, der geschworen hatte, ihn zu töten, war tot. Aus Versehen erschossen in Dorians eigenem Wald. 'Kennt ihn jemand?' fragte einer. 'Nein,' sagte Dorian schnell. 'Ich habe ihn noch nie gesehen.' Er hätte Erleichterung empfinden sollen. Sein Verfolger war tot. Er war in Sicherheit. Aber stattdessen wurde ihm schlecht vor Schuld. James Vane hatte nur Gerechtigkeit für seine Schwester gewollt. Und jetzt war er tot, wie so viele andere. Sibyl. Basil. Alan Campbell. Und jetzt James. Jeder, der Dorian Gray zu nahe kam, endete zerstört. Er kehrte zum Haus zurück und schloss sich in seinem Zimmer ein. Stundenlang saß er da und starrte ins Leere. Was war aus ihm geworden? Gab es eine Möglichkeit, das Getane rückgängig zu machen? Konnte er jemals wieder gut werden? Er beschloss, nach London zurückzukehren. Er würde sein Leben ändern. Er würde ein besserer Mensch werden. Vielleicht würde sich dann auch das Porträt verändern. Vielleicht konnte er seine Seele doch noch retten. Er verabschiedete sich von seinen verwirrten Gästen. Er nahm eine Kutsche zurück in die Stadt. Die ganze Fahrt über machte er Pläne. Er würde gütig sein. Er würde gut sein. Aber konnte Dorian Gray sich jemals wirklich ändern?
B1Chapter 14 / 20520 words70 sentences
Kapitel 14: Die Leiche
Chapter 14 · Das Bildnis des Dorian Gray · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.
Chapter Summary
Dorian erpresst einen alten Freund, den Wissenschaftler Alan Campbell, Basils Leiche mit Chemikalien zu beseitigen. Alan begeht später aus Schuldgefühlen Selbstmord.
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Comprehension Questions
4 questions
1
Warum fährt Dorian auf sein Landhaus?
2
Was passiert während der Jagdgesellschaft im Wald?
3
Wie fühlt sich Dorian, als er sieht, dass James Vane tot ist?
4