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Die Schatzinsel
B1Chapter 2 / 12606 words60 sentences

Kapitel 2: Der schwarze Fleck

Chapter 2 · Die Schatzinsel · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.

Chapter Summary

Nach dem Tod von Jims Vater kommt ein furchteinflößender blinder Mann im Gasthaus an und übergibt dem Kapitän den schwarzen Fleck - ein Piraten-Todesurteil. Der Kapitän stirbt vor Schreck, und Jim und seine Mutter durchsuchen seine Seekiste nach dem geschuldeten Geld. Sie finden geheimnisvolle Papiere und fliehen, als die Piraten eintreffen.

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Der Kapitän lag mehrere Tage nach seinem Schlaganfall im Bett. Er war schwach, verlangte aber ständig nach Rum. 'Ein Glas wird mich nicht umbringen,' flehte er meine Mutter an. Meine Mutter weigerte sich und erinnerte sich an die Warnung des Arztes. In der Zwischenzeit wurde mein armer Vater jeden Tag schwächer. An einem traurigen Morgen verstarb er still im Schlaf. Meine Mutter und ich waren von Trauer überwältigt. Wir mussten die Beerdigung vorbereiten und gleichzeitig das Gasthaus weiterführen. Am Tag nach der Beerdigung geschah etwas Seltsames. Ich stand an der Tür, als ich einen blinden Mann näherkommen sah. Er klopfte mit einem Stock auf die Straße und bewegte sich langsam auf das Gasthaus zu. Er trug einen grünen Schirm über den Augen und einen zerlumpten Seemannsmantel. Sein Rücken war gebeugt, und er sah alt und gebrechlich aus. 'Will ein freundlicher Mensch einem armen Blinden sagen, wo er ist?' rief er. 'Sie sind beim Gasthaus Admiral Benbow,' antwortete ich. 'Gib mir deine Hand, junger Mann,' sagte der Blinde. Ich streckte meine Hand aus, und er packte sie mit einem Griff wie Eisen. 'Jetzt bring mich zum Kapitän, oder ich breche dir den Arm!' zischte er. Ich war verängstigt und führte ihn direkt zum Zimmer des Kapitäns. Der Kapitän saß aufrecht im Bett, schwach und blass. Als er den blinden Mann sah, füllte sich sein Gesicht mit Entsetzen. 'Nun, Bill, bleib wo du bist,' sagte der Blinde. 'Ich kann nicht sehen, aber ich kann hören, wenn sich ein Finger bewegt.' 'Streck deine linke Hand aus,' befahl der Blinde. Der Kapitän gehorchte und zitterte vor Angst. Der Blinde drückte etwas Kleines in die Handfläche des Kapitäns. 'Und jetzt ist es erledigt,' sagte der Blinde fröhlich. Er ließ schnell meinen Arm los und verließ das Gasthaus. Ich konnte hören, wie sein Stock die Straße entlang klopfte. Der Kapitän öffnete seine Hand und sah, was darin war. Es war ein kleines Stück Papier, auf einer Seite schwarz. 'Der schwarze Fleck!' schrie der Kapitän entsetzt. Er drehte es um und las, was auf der anderen Seite geschrieben stand. 'Sie kommen heute Nacht um zehn Uhr!' keuchte er. Er versuchte aufzustehen, griff sich aber plötzlich an die Kehle. Er schwankte einen Moment, dann stürzte er zu Boden. Ich rannte zu ihm und rief nach meiner Mutter. Aber es war zu spät; der Kapitän war tot. Der Schock des schwarzen Flecks hatte sein Herz zum Stillstand gebracht. Meine Mutter kniete neben dem Leichnam, blass und zitternd. 'Was sollen wir tun, Jim?' fragte sie. Ich erinnerte mich daran, was der Kapitän über zehn Uhr gesagt hatte. Jemand kam, um ihn zu holen, und sie würden zu unserem Gasthaus kommen. 'Mutter, der Kapitän schuldete uns Geld,' sagte ich. 'Lass uns nehmen, was er schuldet, aus seiner Seemannskiste.' Meine Mutter stimmte zu, denn wir brauchten das Geld dringend. Ich fand den Schlüssel zur Truhe, der um den Hals des Kapitäns hing. Mit zitternden Händen öffnete ich die schwere Holztruhe. Darin fanden wir Kleidung, Tabak und zwei Pistolen. Am Boden war ein Beutel mit Münzen und ein in Wachstuch eingewickeltes Bündel. Meine Mutter begann die Münzen zu zählen, um nur das zu nehmen, was geschuldet wurde. Aber die Münzen stammten aus vielen verschiedenen Ländern. Sie zu zählen dauerte lange. Plötzlich hörten wir ein Geräusch, das uns das Blut in den Adern gefrieren ließ. Es war das Klopf-Klopf-Klopf des Blindenstocks auf der Straße. 'Schnell, Jim!' flüsterte meine Mutter dringend. Ich schnappte mir das Wachstuchbündel und stopfte es in meine Tasche. Meine Mutter nahm die Münzen, die sie gezählt hatte. Wir rannten durch die Hintertür in die kalte Nachtluft. Das Geräusch vieler Schritte und wütender Stimmen kam hinter uns näher.

Comprehension Questions

4 questions

1

Was gab der blinde Mann dem Kapitän?

2

Warum durchsuchten Jim und seine Mutter die Seemannskiste des Kapitäns?

3

Wie starb der Kapitän?

4

Was ließ Jim und seine Mutter plötzlich aufhören, die Truhe zu durchsuchen?

Vocabulary

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