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Die Schatzinsel
B1Chapter 1 / 12665 words60 sentences

Kapitel 1: Der alte Seebär

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Chapter Summary

Ein geheimnisvoller alter Kapitän kommt im Gasthof Admiral Benbow an, wo der junge Jim Hawkins mit seiner Familie lebt. Der Kapitän fürchtet einen einbeinigen Mann und bezahlt Jim, nach ihm Ausschau zu halten. Als ein gefährlicher Fremder namens Schwarzer Hund auftaucht, bricht ein heftiger Kampf aus, der den Kapitän schwer krank zurücklässt.

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Ich erinnere mich an den Tag, als der alte Kapitän zum ersten Mal in unser Gasthaus kam. Mein Name ist Jim Hawkins, und mein Vater besaß das Gasthaus Admiral Benbow. Das Gasthaus stand auf einer Klippe am Meer, nahe einem kleinen englischen Dorf. Der alte Kapitän kam an einem kalten Winternachmittag an. Er war ein großer, kräftiger Mann mit einer schrecklichen Narbe quer über der Wange. Ein Matrose schob seine Seemannskiste auf einer Schubkarre hinter ihm her. Der Kapitän schaute sich in der Bucht um und nickte zufrieden. 'Das ist der richtige Ort für mich', sagte er mit rauer Stimme. Er warf drei Goldmünzen auf den Tresen und verlangte ein Zimmer. Mein Vater gab ihm unser bestes Zimmer, das aufs Meer hinausblickte. Der Kapitän sagte uns, wir sollten ihn einfach 'Kapitän' nennen. Er verbrachte seine Tage damit, mit einem Messingfernrohr auf den Klippen spazieren zu gehen. Abends saß er am Feuer und trank Rum. Manchmal erzählte er wilde Geschichten über Piraten und das Meer. Seine Geschichten erschreckten die örtlichen Bauern, aber sie blieben, um zuzuhören. Der Kapitän sang immer dasselbe alte Seemannslied. 'Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste, jo-ho-ho und 'ne Buddel voll Rum!' Eines Tages rief er mich zu sich und bot mir eine Silbermünze an. 'Halte die Augen offen für einen Seemann mit einem Bein', sagte er. 'Wenn du ihn siehst, lauf und sag mir sofort Bescheid.' Ich versprach, nach diesem geheimnisvollen einbeinigen Mann Ausschau zu halten. Aber wer war er, und warum fürchtete der Kapitän ihn so sehr? Der Kapitän erklärte es nie, und ich hatte zu viel Angst zu fragen. Monate vergingen, und der Winter wurde zum Frühling. Der Kapitän blieb und bezahlte selten seine Rechnung. Mein Vater war zu krank und hatte zu viel Angst, um nach Geld zu fragen. Nur Doktor Livesey stellte sich je dem alten Seemann entgegen. Der Doktor war ein freundlicher Mann, der meinen Vater oft besuchte. Eines Nachts war der Kapitän betrunken und sang laut. Doktor Livesey sagte ihm, er solle still sein oder gehen. Der Kapitän zog sein Messer und bedrohte den Doktor. Aber Doktor Livesey zuckte nicht zusammen und zeigte keine Angst. 'Steck das Messer weg', sagte der Doktor ruhig. 'Wenn du es nicht tust, lasse ich dich beim nächsten Gericht hängen.' Der Kapitän murrte, aber steckte sein Messer weg. Nach dieser Nacht war der Kapitän ruhiger, wenn der Doktor zu Besuch kam. Die Gesundheit meines Vaters verschlechterte sich von Tag zu Tag. Meine Mutter und ich arbeiteten hart, um das Gasthaus am Laufen zu halten. Ich hielt immer noch Ausschau nach dem einbeinigen Mann, aber er kam nie. Stattdessen erschien an einem frostigen Morgen ein anderer Fremder. Er war ein blasser, dünner Mann, dem zwei Finger an der linken Hand fehlten. Er trug ein Entermesser an seiner Seite und sah gefährlich aus. 'Ist das hier, wo mein Kamerad Bill wohnt?' fragte er mich. Ich erzählte ihm von dem Kapitän, der in unserem Gasthaus wohnte. 'Ah ja, Bill würde sich Kapitän nennen, nicht wahr?' lachte der Fremde. 'Ich bin ein alter Schiffskamerat von ihm. Mein Name ist Schwarzer Hund.' Mein Herz schlug schnell, als ich den Schwarzen Hund hineinführte. Als der Kapitän ihn sah, wurde sein Gesicht weiß wie ein Laken. 'Schwarzer Hund!' keuchte er und klammerte sich am Tisch fest. 'Setz dich und rede, Bill', sagte der Schwarze Hund mit einem bösen Lächeln. Sie setzten sich zusammen und sprachen mit leisen Stimmen. Plötzlich erhoben sich ihre Stimmen vor Wut. Beide Männer sprangen auf, und Schwerter flogen aus ihren Scheiden. Der Kapitän schlitzte dem Schwarzen Hund die Schulter auf. Der Schwarze Hund schrie auf und rannte aus dem Gasthaus, stark blutend. Der Kapitän sah ihm nach und fiel dann plötzlich zu Boden. Meine Mutter kam gelaufen, und wir riefen nach Doktor Livesey. Der Doktor sagte, der Kapitän habe einen Schlaganfall erlitten. 'Er muss sich ausruhen und aufhören, Rum zu trinken, oder er wird sterben', warnte der Doktor. Wir trugen den Kapitän zu seinem Bett, ohne zu wissen, welche Gefahren uns noch erwarteten.

Comprehension Questions

4 questions

1

Wofür bezahlte der Kapitän Jim?

2

Was geschah während des Kampfes zwischen dem Schwarzen Hund und dem Kapitän?

3

Warum sagte Doktor Livesey dem Kapitän, er solle aufhören, Rum zu trinken?

4

Was können wir aus der Reaktion des Kapitäns auf den Schwarzen Hund über seine Vergangenheit schließen?

Vocabulary

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