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Robinson Crusoe
B1Chapter 13 / 15686 words70 sentences

Freitag unterrichten

Chapter 13 · Robinson Crusoe · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.

Chapter Summary

Robinson bringt Freitag Englisch bei und erfährt von der Vergangenheit seines neuen Freundes.

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🇩🇪Deutsch🇬🇧English
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Während wir auf den richtigen Zeitpunkt zum Aufbruch warteten, geschah etwas Unerwartetes. Eines frühen Morgens kam Freitag in großer Aufregung zu mir gerannt. 'Herr! Herr!' rief er. 'Sie kommen! Sie kommen!' Ich schnappte mir mein Fernrohr und rannte zu meinem Aussichtspunkt. Dort am Strand waren mehrere Kanus voller Wilder. Ich zählte einundzwanzig Männer und drei Gefangene. Sie bereiteten sich auf ein weiteres ihrer grausamen Festmahle vor. Freitag schaute durch das Fernrohr und schrie plötzlich auf. 'Das ist mein Vater!' sagte er und zeigte auf einen der Gefangenen. Seine Augen füllten sich mit Tränen der Angst und Verzweiflung. Ich wusste sofort, dass wir sie retten mussten. Ich gab Freitag ein Gewehr und ein Schwert. Ich nahm zwei Gewehre, zwei Pistolen und mein großes Messer. Wir schlichen durch den Wald zum Strand. Ich sagte Freitag, er solle auf mein Signal warten, bevor er angreift. Wir versteckten uns hinter Bäumen, nur fünfzig Meter von den Wilden entfernt. Zwei der Gefangenen wurden zum Kochen vorbereitet. Ich zielte mit meinem Gewehr und feuerte auf die Gruppe um das Feuer. Freitag feuerte im selben Moment mit seinem Gewehr. Drei Wilde fielen tot um, und mehrere weitere wurden verwundet. Die anderen sprangen in Verwirrung und Entsetzen auf. Sie konnten nicht verstehen, woher der tödliche Donner kam. Wir feuerten erneut mit unseren anderen Gewehren und Pistolen. Mehr Wilde fielen, und der Rest begann zu ihren Kanus zu rennen. Freitag rannte schneller als der Wind zu seinem Vater. Er durchtrennte die Seile, die ihn fesselten, und umarmte ihn fest. Vater und Sohn weinten vor Freude über das Wiedersehen. Unterdessen rannte ich, um die anderen Gefangenen zu befreien. Einer von ihnen war ein weißer Mann mit einem dichten Bart. Er war in die zerlumpten Überreste europäischer Kleidung gekleidet. Ich sprach ihn auf Englisch an, aber er verstand nicht. Dann versuchte ich es auf Spanisch, und sein Gesicht erhellte sich vor Erkennen. Er war ein Spanier, der vor Jahren Schiffbruch erlitten hatte. Sein Schiff war nahe dem Festland gesunken, und er hatte unter den Eingeborenen gelebt. Aber er war bei einem Überfall vom feindlichen Stamm gefangen genommen worden. Er erzählte mir, dass sechzehn weitere Spanier auf dem Festland lebten. Sie waren Überlebende seines Schiffes und lebten friedlich mit den Eingeborenen. Einige der Wilden waren in ihren Kanus entkommen. Aber die meisten lagen tot oder verwundet am Strand. Wir hatten einen großen Sieg errungen und drei Leben gerettet. Ich brachte alle zurück zu meinem Lager für Essen und Ruhe. Freitags Vater war schwach vom Gefangensein. Freitag kümmerte sich mit großer Liebe und Zärtlichkeit um ihn. Es machte mich glücklich, Vater und Sohn wieder zusammen zu sehen. Der Spanier erholte sich schnell mit gutem Essen und Unterkunft. Er erzählte mir mehr über die anderen Spanier auf dem Festland. Sie hatten eine kleine Siedlung gebaut, aber keinen Weg zur Flucht. Sie träumten davon, irgendwie eine spanische Kolonie zu erreichen. Ich schlug einen Plan vor, sie alle auf meine Insel zu bringen. Zusammen könnten wir ein größeres Boot bauen und in die Freiheit segeln. Aber zuerst mussten wir mehr Nahrung anbauen, um alle zu ernähren. Wir pflanzten mehr Getreide und bereiteten zusätzliche Vorräte vor. Als alles bereit war, schickten wir den Spanier und Freitags Vater. Sie nahmen unser Kanu zum Festland, um die anderen zurückzubringen. Freitag und ich warteten ängstlich auf ihre Rückkehr. Wir erwarteten sie in etwa acht Tagen zurück. Aber am achten Tag geschah stattdessen etwas anderes. Freitag kam gerannt, um mir zu sagen, dass er ein Boot gesehen hatte. Aber es war kein Kanu, sagte er, sondern ein echtes Schiffsboot. Ich eilte mit meinem Fernrohr zum Ufer. Dort in der Bucht lag ein englisches Schiff vor Anker! Ein Langboot ruderte auf meinen Strand zu. Mein Herz machte einen Freudensprung bei dem Anblick. Nach achtundzwanzig Jahren war die Rettung endlich gekommen! Aber dann verspürte ich ein seltsames Gefühl der Vorsicht. Warum sollte ein englisches Schiff in diesen Gewässern sein? Dies war keine normale Handelsroute für englische Schiffe. Ich beschloss, sorgfältig zu beobachten, bevor ich mich zeigte. Ich versteckte mich in den Bäumen und beobachtete durch mein Fernrohr. Was ich als nächstes sah, erfüllte mich mit Sorge statt mit Freude.

Comprehension Questions

4 questions

1

Wie viele andere Spanier lebten laut dem geretteten Mann auf dem Festland?

2

Welche Nationalität hatte der weiße Gefangene außer Freitags Vater?

3

Wen erkannte Freitag unter den Gefangenen am Strand?

4

Was erschien am achten Tag, während sie auf die Rückkehr des Kanus warteten?

Vocabulary

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