Nachdem mein Lager eingerichtet war, begann ich, meine Lebensbedingungen zu verbessern. Mein erstes Projekt war es, richtige Möbel für mein neues Zuhause zu machen. Ich hatte noch nie mit Holz gearbeitet, aber ich lernte schnell. Ich machte einen Tisch und einen Stuhl aus Brettern, die ich von den Bäumen schnitt. Die Arbeit ging langsam voran, weil ich nur einfache Werkzeuge hatte. Es dauerte Wochen, um einen Stuhl zu machen, aber ich war sehr stolz darauf. Als nächstes baute ich Regale an den Wänden meiner Höhle. Jetzt konnte ich alle meine Vorräte ordentlich organisieren. Ich teilte mein Schießpulver in kleine Pakete auf und versteckte sie an verschiedenen Orten. Ich hatte Angst, dass ein Blitz einschlagen und alles auf einmal explodieren könnte. Die Regenzeit kam, und ich entdeckte Probleme mit meinem Zelt. Wasser sickerte trotz meiner sorgfältigen Arbeit an mehreren Stellen durch. Ich verbrachte viele Tage mit Reparaturen und Verbesserungen. Während der starken Regenfälle blieb ich drinnen und arbeitete an kleineren Projekten. Ich machte Körbe aus dünnen Zweigen, um Dinge zu tragen. Ich versuchte, Tongefäße zu machen, aber sie zerbrachen, als ich sie in der Sonne trocknete. Nach vielen Fehlschlägen lernte ich, sie in einem heißen Feuer zu brennen. Schließlich hatte ich Töpfe, die Wasser halten und Essen kochen konnten. Das war eine große Errungenschaft, die mein tägliches Leben veränderte. Jetzt konnte ich Wasser kochen und heiße Eintöpfe und Suppen machen. Eines Tages fand ich etwas Überraschendes in meiner Höhle. Kleine grüne Pflanzen wuchsen aus einem Sack, den ich weggeworfen hatte. Ich erinnerte mich, dass der Sack einmal etwas altes Getreide enthalten hatte. Ich hatte ihn geleert, weil ich dachte, das Getreide sei verdorben. Aber jetzt sah ich, dass Gerste und Reis aus dem Boden sprossen! Ich war so glücklich, dass mir Tränen in die Augen kamen. Ich schützte die jungen Pflanzen sorgfältig vor Vögeln und Tieren. Als sie groß wurden, erntete ich das Getreide und bewahrte jedes Samenkorn auf. Ich aß in den ersten drei Jahren nichts davon. Stattdessen pflanzte ich alles an und baute immer mehr an. Schließlich hatte ich genug Getreide, um Brot zu machen. Brotbacken war ein weiterer langer Lernprozess. Zuerst musste ich Werkzeuge machen, um das Getreide zu Mehl zu mahlen. Ich schnitzte eine große Holzschüssel und einen schweren Stein, um das Getreide zu zerkleinern. Dann musste ich herausfinden, wie ich das Brot ohne einen richtigen Ofen backen konnte. Ich baute einen Lehmofen, der ziemlich gut funktionierte. Mein erstes Brot war hässlich, aber schmeckte wunderbar. Ich lernte auch, Ziegen für Milch und Fleisch zu halten. Zuerst jagte ich sie nur mit meinem Gewehr. Aber ich machte mir Sorgen, dass mir eines Tages das Schießpulver ausgehen könnte. Also grub ich Gruben und stellte Fallen auf, um sie lebendig zu fangen. Ich fing mehrere junge Ziegen und hielt sie in einem eingezäunten Bereich. Sie wurden zahm und ließen mich sie jeden Tag melken. Ich lernte, Butter und Käse aus der Milch zu machen. Meine Herde wurde größer, als die Ziegen Junge bekamen. Bald hatte ich mehr Milch und Fleisch, als ich verbrauchen konnte. Ich baute einen zweiten Unterstand in einem schönen Tal, das ich entdeckt hatte. Dies wurde mein Landhaus, wohin ich in den Sommermonaten ging. Das Tal war voller Obstbäume und hatte einen schönen Bach. Ich pflanzte dort mehr Getreide an und legte einen kleinen Garten an. Ich umgab ihn mit einer hohen Hecke, um die Ziegen fernzuhalten. Meine zwei Häuser gaben mir das Gefühl, ein wohlhabender Grundbesitzer zu sein. Natürlich war ich die einzige Person in meinem Königreich. Meine Untertanen waren zwei Katzen, ein Hund und eine Herde Ziegen. Ich hatte auch einen Papagei, dem ich beibrachte, meinen Namen zu sprechen. Der Vogel rief 'Robinson! Robinson Crusoe!' Meinen Namen laut ausgesprochen zu hören, gab mir großen Trost. Ich machte mir Kleidung aus den Fellen von Ziegen. Ich hatte eine hohe Pelzmütze, eine Jacke und eine Hose, die bis zu meinen Knien reichte. Ich machte auch einen Regenschirm, um mich vor Sonne und Regen zu schützen. Ich muss sehr seltsam ausgesehen haben, aber es war niemand da, um mich zu sehen. Jeden Morgen las ich aus meiner Bibel und betete. Ich dankte Gott, dass er mich am Leben erhielt und für meine Bedürfnisse sorgte. Ich fühlte mich nicht mehr so verzweifelt und elend wie zuvor. Ich hatte Essen, Unterkunft und sogar etwas Komfort in meinem Leben. Das einzige, was mir wirklich fehlte, war menschliche Gesellschaft. Ich sehnte mich danach, eine andere menschliche Stimme zu hören. Ich träumte von meiner Familie in England, die ich wahrscheinlich nie wieder sehen würde. Aber ich versuchte, nicht bei solch traurigen Gedanken zu verweilen. Ich konzentrierte mich auf meine Arbeit und darauf, dankbar für das zu sein, was ich hatte.
B1Chapter 7 / 15777 words70 sentences
Ein Zuhause bauen
Chapter 7 · Robinson Crusoe · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.
Chapter Summary
Robinson baut eine Unterkunft und beginnt, sich an das Inselleben anzupassen.
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Comprehension Questions
4 questions
1
Wie lange brauchte Robinson, um einen Stuhl zu machen?
2
Welche ĂĽberraschenden Pflanzen wuchsen aus dem Sack, den Robinson weggeworfen hatte?
3
Warum aĂź Robinson in den ersten drei Jahren nichts von dem Getreide?
4